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Ein Tag im Leben der Garnele
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Jeder Fischer weiß es, Garnelen halten sich nicht immer an ein und demselben Ort auf. Im Winter befinden sich die Garnelen oft in den tieferen Teilen des Wattenmeers (hier hat sich das Wasser am wenigsten abgekühlt). Im Sommer ziehen die Garnelen gerne in die weniger tiefen Bereiche, mehr in Richtung der Wattplatten und des Festlands. Hier ist das Wasser dann wieder schön warm. Aber auch während des Tages steht eine Garnele nicht still. Vor allem dann, wenn es dunkler wird, werden die Garnelen aktiv (tagsüber haben sie sich meist im Sand eingegraben). Wohin sie sich bewegen hat viel mit den Gezeiten zu tun. Während der Flut, wenn das Watt unter Wasser steht, gehen die Garnelen auf Nahrungssuche und ziehen aus den Prielen in den tieferen Teilen in die seichteren Wattplatten. Wird es wieder Ebbe, dann ziehen sich die Garnelen mit dem Wasser zurück in die tieferen Bereiche. Garnelen bleiben also nicht den ganzen Tag eingegraben im Sand, sondern sind auch oft unterwegs. Wohin sie gehen hängt von der Wassertemperatur ab und davon, wo die meiste Nahrung zu finden ist.
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Wie werden Garnelen gefangen?
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In Deutschland und in den Niederlanden werden die meisten Garnelen mit einem Schleppnetz gefangen, das an beiden Seiten eines Garnelenkutters (Fischerboot) über den Boden des (Watten-)Meeres gezogen wird. Diese Fangmethode wird Bodenschleppnetzfischerei genannt. Ein großes Eisenrohr (Baum), meist zwischen 6 und 9 Metern lang, ruht an beiden Enden auf zwei Stangen. An der Rückseite des Baums wird ein feinmaschiges Netz befestigt (es hat die Form einer großen dreieckigen Pommes Frites-Tüte). Direkt vor dem Netz wird Rollengeschirr über den Boden geführt, diese Kette, auf die Plastik- oder Gummiringe geschoben werden, sorgt dafür, dass die Garnelen aufschrecken, nach oben schießen und im Netz landen. Nachdem das Netz etwa 2 Stunden lang gezogen wurde, wird es eingeholt und der Fang an Bord gebracht.
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Solange die Garnele noch klein ist (kleiner als 1 cm), lebt sie noch nicht am Grund des Meeres, sondern schwebt durch das Wasser. Sie isst dann vor allem kleine Pflanzen und Tiere, die wie sie im Wasser schweben. Diese kleinen Pflanzen und Tiere nennt man Plankton. Eine Garnele wächst jedoch sehr schnell (nach 1 Jahr ist sie oft ganze 4 cm groß), und dann lebt sie auf dem Meeresboden. Sie isst dann auch andere Dinge und sucht immer mehr nach anderen kleinen Tieren als Nahrung. Vor allem, wenn es dunkel ist, geht sie auf die Suche nach kleinen Schlick-Garnelen, ganz kleinen Muscheln und Würmern. Sogar eine tote Krabbe oder einen toten Fisch hält die Garnele für eine wunderbare Mahlzeit. Kleine Garnelen und Garnelen, die sich gerade gehäutet haben, müssen gut aufpassen, dass sie keiner anderen hungrigen Garnele begegnen, denn sie essen einander auf (sie sind also echte Kannibalen). Du siehst also, dass eine Garnele nicht unbedingt wählerisch ist, deshalb wird sie auch als großer Aufräumer des (Watten-)Meeres bezeichnet. Für eine Garnele ist das Auffinden von Nahrung im trüben Wasser des Wattenmeers richtige Arbeit. Sie verwendet hierfür nicht so sehr ihre Augen, sondern sie findet ihre Nahrung durch ihren sehr guten Geruchssinn. Eine Garnele hat keine Nase wie viele Tiere an Land, sondern eine Reihe von Fühlern auf dem Kopf, mit denen sie gut riechen kann. Mit Hilfe dieser Fühler kann eine Garnele dann auch genau bestimmen, woher der Geruch eines leckeren Häppchens kommt.
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| Unterscheidung nach Seawater und Freshwater |
Die Unterscheidung nach Sea- und Freshwater ist hauptsächlich für Riesengarnelen relevant.
Freshwater-Garnelen sind vor allem in Flüssen und Flussmündungen in Südostasien heimisch. Seawater-Garnelen wachsen im offenen Meer auf. Im Handel bedeutende Arten sind zum Beispiel Black Tiger Prawns (Panaeus monodon) oder Pink Tiger Prawns (Penaeidea). Seawater-Garnelen werden wegen ihres Geschmacks und ihrer festen Konsistenz oft bevorzugt.
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| Unterscheidung nach Wassertemperatur |
Bei Shrimps ist vor allem die Unterscheidung nach Kalt- und Warmwasser von Bedeutung. Je tiefer und kälter das Wasser, desto besser die Qualität der Shrimps, da sie für ihr Wachstum wesentlich länger brauchen.
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Die Benennung von Garnelen ist international verwirrend uneinheitlich.
So sind zum Beispiel in Amerika alle Garnelenarten Shrimps, während in England nur kleine Garnelen so genannt werden. Die größeren heißen dort Prawns.
In Deutschland wiederum nennt man große Garnelen Riesengarnelen, Gambas oder King Prawns. Die kleinen heißen auch hier Shrimps. |
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| Nicht ganz einheitlich geht es auch bei der Gewichtseinteilung zu. Garnelen mit Kopf werden in Kilogramm klassizifiert, Garnelen ohne Kopf in englische Pfund (1 lb = 454 g). Die Stückzahl pro kg beziehungsweise lb ist ein Indikator für die Größe der einzelnen Garnelen. So bedeutet eine Größe von 40 bis 50 Garnelen pro Kilo, dass eine einzelne zwischen 20 und 25 Gramm wiegt. Analog gilt dies auch für die lb gewogenen Garnelen: Eine Sortierung von 40 bis 50 Garnelen pro lb entspricht etwa einem Einzelgewicht von etwa neun bis elf Gramm. Besonders große Garnelen werden in Größenklassen wie zum Beispiel U10/kg beziehungsweise U10/lb d.h. unter 10 Garnelen pro Kilo oder lb, eingeteilt. Generell gilt, dass bei gleicher Herkunft der Ware der Wert mit steigender Größe zunimmt. |
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Garnelen leben nicht so sehr lang (die ältesten Garnelen werden gerade fünf Jahre alt) und müssen deshalb sehr schnell wachsen. Allerdings haben sie beim Wachsen ein großes Problem. Genau wie Krabben und Krebse haben Garnelen keine Knochen, sondern ihr Skelett befindet sich außen. Irgendwann wird dieser Panzer zu klein, und dann ist es Zeit für die Garnele, sich zu häuten. Bevor sich eine Garnele häuten kann ist es wichtig, dass sie ausreichend viel gegessen hat, denn während des Häutens kann sie das nicht. Eine Häutung dauert meistens etwa fünf Tage. Zum Häuten muss die Garnele zunächst einmal viel Wasser trinken. Hierdurch schwillt sie ein bisschen an. Unter der alten Haut wächst nun eine neue Haut, die auch viele Staubpartikel aus der alten Haut aufnimmt. Ist die neue Haut fertig, dann kriecht die Garnele aus ihrer alten Haut (diese leeren Hüllen kann man oft am Strand finden). Die Garnele ist nun sehr verletzlich und ihre neue Haut ist noch lange nicht hart (das dauert noch 1 oder 2 Tage). Mit so einer dünnen Haut (und so auch mit dünnen Scheren) kann sie sich natürlich nicht gut verteidigen. Wenn die Haut endlich hart geworden ist, ist die Garnele um ungefähr 10% gewachsen. Im ersten Jahr häuten sich Garnelen zwischen 25 und 30 Mal. Je älter sie werden, um so langsamer wachsen sie und um so seltener häuten sie sich. Eine männliche Garnele kann gut 6 Zentimeter groß werden, eine weibliche fast 9 Zentimeter.
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